27.02.2004
Info-Kommentar
Coevordener Stadtrat erteilt Lektion in Demokratie
Gestern (Do. 26.02.2004) kam der Stadtrat in Coevorden zu einer öffentlichen
Sitzung zusammen.
Anlass waren Fragen und Argumente in Bezug auf die MVA im Europark.
Dabei kamen insbesondere solche Argumente zur Sprache denen sich die
Emlichheimer Samtgemeindepolitiker bislang entzogen haben oder die sie,
da von der BI vorgebracht, an sich weder diskutabel, bedeutungsvoll
oder sinnvoll erachteten.
Die Rechtsunsicherheit der Nachbesserungsverhandlungen, die verbleibenden
Risiken selbst beim Einsatz bester Techniken, die undurchschaubaren
und dubiosen Geschäftspraktiken der Investorenfirmen,
(hier auch mit indirekten Korruptionsvorwürfen verbunden,) das unsoziale
und bürgerfeindliche Verhalten der Westo GmbH und am Ende, ganz selbstverständlich,
der unübersehbare Unwille der Bevölkerung veranlassten die Politiker
dazu sich in der Mehrheit eindeutig gegen den Bau der MVA in der geplanten
Form auszusprechen.
Die offene Diskussion in Coevorden zeigte ganz deutlich, dass eine andere
Form der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Diskussion über dieses Thema möglich ist.
Nur die Emlichheimer Politiker agieren und regieren weiterhin gegen
alle Argumente der Vernunft, der Sachlichkeit und der politischen Weitsicht
in ihrer persönlichen Atmosphäre sturen Beharrens.
Sie könnten lernen, wenn sie wollten, denn es besteht nach wie vor keine
zwingende Notwendigkeit dazu den Bau der MVA gegen den Willen der Bevölkerung
durchzusetzen.
Die Coevordener Stadträte haben die Möglichkeiten aufgezeigt.
26.02.2004
Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Müllverbrennung/Vuilverbranding“
im Europark
Das Angebot von Herrn Jacobs auf das Verbrennen von Bahnschwellen in der
geplanten Biomasse- u. Abfallverbrennungsanlage im Europark zu verzichten,
wird bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) kritisch und sehr
zurückhaltend aufgenommen.
Vertreter der BI, die an dem Gespräch vom 17.02.04
(siehe GN-Artikel vom 25.02.2004 ) teilnahmen, berichteten, dass Herr
Jacobs zwar das Angebot gemacht hat auf Bahnschwellen zu verzichten,
gleichzeitig aber die Forderung der Gutachter zurückwies, insgesamt
auf das Verbrennen von überwachungsbedürftigen Abfällen zu verzichten.
Im Gegenteil, er forderte im Gegenzug die Möglichkeit gleichwertig belastete
Hölzer zu verbrennen.
Es stellt sich nun die berechtigte Frage, warum Herr Jacobs nicht auf
diesen Vorschlag eingehen wollte?
Zumal die Verbrennung der Bahnschwellen bisher als ein Kernbereich des
Projektes vermittelt wurde.
Der Eindruck der Bi ist , dass Herr Jacobs versucht, mit seinem Angebot
der Öffentlichkeit den Bau einer „sauberen“ MVA zu suggerieren, gleichzeitig
aber alle Optionen für das Verbrennen von gefährlichen Abfällen in der
Hand behalten will.
Ebenso zu kritisieren, ist das Verhalten von Herrn
Jakobs bezüglich der Müllmengen.
Obwohl die Gutachter bestätigten, daß es Überkapazitäten bei der Verbrennung
von Müll in NRW gibt, bestreitet das Herr Jakobs.
Ebenso stellte Herr Jakobs in den Verhandlungen mit der Gemeinde klar,
daß er den Müll nicht nur aus den Niederlanden, sondern auch aus Belgien
und Luxemburg in der Anlage verbrennen will.
Herr Jacobs bestärkt uns mit seinem Verhalten in der Forderung, die Verbrennungsanlage
nicht zu bauen. Nur dadurch kann unsere Region vor bösen Überraschungen
bewahrt werden.
26.02.2004 a
SPD-Frauen aus Uelsen reichen Einwendung ein
KRITIK "MVA schadet dem Tourismus"
UELSEN/GN – Auch die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer
Frauen (AsF) aus Uelsen missbilligt den geplanten Bau der Müllverbrennungsanlagen
(MVA) in Emlichheim.
Als Grund nennt die Vorsitzende Heike Kotmann
die Aussagen der von der Samtgemeinde Emlichheim bestellten Gutachter.
Demnach reichten die vom Antragsteller vorgesehenen
technischen Sicherheitseinrichtungen bei Weitem nicht aus, um eine Gefährdung
für Menschen und Umwelt durch giftige Stoffe auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Die AsF befürchtet
durch die Dimension der Anlage negative Folgen für den Tourismus in
der Samtgemeinde Uelsen und in der Grafschaft. Mit der Verbrennung
von Müll in der geplanten Menge seien zudem nicht abschätzbare und somit
unvertretbare gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung verbunden,
schreibt Kotmann. "Hier werden die Gewinne privatisiert und die
Kollateralschäden solidarisiert", meint die AsF-Vorsitzende. Außerdem
bestehe für eine Anlage mit der geplanten Kapazität in Deutschland kein
Bedarf.
Weiter schreibt die
AsF in der Begründung ihrer Einwendung an die Bezirksregierung, dass
diese Müllverbrennungsanlage durch Emissionen die Nahrungskette, etwa
den großflächigen Kartoffelanbau im Umland von Emlichheim, im medizinischen
und biologischen Sinne negativ zu beeinflussen drohe. Möglicherweise
könne in Zukunft das Qualitäts-Gütesiegel für Milch nicht mehr vergeben
werden.
Auch bei technischen Nachbesserungen könne
ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden, befürchtet die Arbeitsgemeinschaft
sozialdemokratischer Frauen Uelsen, die daher an die Genehmigungsbehörde
appelliert, den Bau der Anlage nicht zu genehmigen.
26.02.2004
b
Synode will gegen Müllverbrennung vorsorglich Einspruch einlegen
TAGUNG Neue Satzung
des Diakonischen Werks verabschiedet
EMLICHHEIM/GN – Als am vergangenen Sonnabend
die Vertreter aus allen reformierten Gemeinden der Grafschaft in Emlichheim
zusammenkamen, war von der schriftlichen Einladung her wenig Brisantes
zu erwarten. Weder das Thema "Evangelisches Gymnasium in Nordhorn"
stand auf der Tagesordnung – hierzu wird am 20. März in Veldhausen eine
Sondersynode – noch die Frage, wie sich die Kirche zu den geplanten
Müllverbrennungsanlagen in Emlichheim verhalten soll.
Stattdessen ging es zunächst um eine Neufassung
der Satzung des Diakonischen Werks des Synodalverbands. Wichtigste Neuerung
in der mit großer Einmütigkeit beschlossenen neuen Satzung ist die Veränderung
der Leitungsstruktur. In Zukunft wird nicht mehr ein geschäftsführender
Vorstand an der Spitze des Diakonischen Werks stehen sondern der Präses
der Synode. Ihm steht ein Beirat zur Seite, der die strategische Ausrichtung
der Arbeit des Diakonischen Werks verantwortet.
Diesem neu gebildeten Beirat gehören neben
Präses Manfred Meyer und dem Vorsitzenden des Diakonieausschusses, Pastor
Hans Lambers, Zamirah Rabiya aus Nordhorn, Friedhelm Wensing aus Gildhaus
und Alide Wigger aus Wilsum an. Als Folge der Satzungsänderung passten
die 90 Synodalen die Geschäftsordnung des Diakonie- und des Sozialethischen
Ausschusses entsprechend an.
Unter dem Punkt Mitteilungen kam dann kurz
vor Schluss der Sitzung doch noch das Thema Müllverbrennungsanlagen
zur Sprache. Zunächst informierte der Emlichheimer Pastor Reiner Rohloff,
der als neutraler Beobachter direkt an den Verhandlungen mit dem niederländischen
Investor teilnimmt, über den aktuellen Stand der Dinge. Demnach will
der Betreiber nun doch auf die Verbrennung von belasteten Bahnschwellen
verzichten (die GN berichteten). Stattdessen will er aber anderen Sondermüll
in Emlichheim verbrennen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich,
dass nicht nur den Kirchenräten der Gemeinden Laar und Emlichheim dieses
Thema große Sorgen bereitet. Auch die Mehrheit der gesamten Synode war
der Meinung ist, dass die reformierten Gemeinden rechtzeitig Stellung
beziehen sollten.
Da die nächste Synode erst nach Ablauf der
Einspruchsfrist tagt, beauftragten die Gemeindevertreter das Leitungsgremium
(Moderamen) zwischenzeitlich tätig zu werden. Das Moderamen soll die
Sorgen der unmittelbar betroffenen Gemeinden Laar und Emlichheim ernsthaft
bedenken und gegen die geplanten Anlagen bei der Bezirksregierung vorsorglich
Einspruch erheben – so das Votum der Synodalen.
25.02.2004
Bahnschwellen werden nicht verbrannt ??
Müllverbrennung SPD-Fraktion im Rat der Samtgemeinde
fordert Verkleinerung der Kapazität
In
den für den Europark geplanten Müllverbrennungsanlagen werden keine
Bahnschwellen verbrannt. Das ist eines der Ergebnisse der Verhandlungen
zwischen den Gutachtern der Samtgemeinde und den Investoren unter der
Führung des Niederländers Henk Jacobs.
Emlichheim/MM
– "In der ersten Verhandlungsrunde zwischen Samtgemeinde und Betreibern,
die Anfang der vergangenen Woche unter Mitwirkung der Gutachter Professor
Heiko Doedens von der Universität Hannover und Diplom-Ingenieur Günter
Dehoust vom Öko-Institut stattfanden, wurde von den Betreibern unmissverständlich
zugesagt, dass in der geplanten Anlage keine Bahnschwellen verbrannt
werden", heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Fraktion im
Rat der Samtgemeinde.
Demnach wurden auch Verbesserungen bei der
Filtertechnik vereinbart, die dazu führen sollen, dass auch bei Störfällen
keine Schadstoffe nach außen gelangen und das Einhalten der Vorsorgewerte
bei den Imissionen erreicht werden kann.
"Diese vom Toxikologen Dr. Hermann Kruse
festgesetzten Vorsorgewerte besagen, dass bei Einhaltung dieser Werte
die Auswirkungen auch auf die Schwächsten, also alte und kranke Menschen
sowie Kleinkinder, unerheblich und unbedenklich sind", schreibt
die SPD.
Diese Aussage ist für die SPD-Fraktion nach
eigener Darstellung von grundsätzlicher Bedeutung und die Einhaltung
der Werte wird auch im weiteren Verlauf der Verhandlungen als unverzichtbar
angesehen.
Des weiteren wurde nach Darstellung des SPD-Fraktionssprechers
Dieter Schowe vereinbart, diese ambitionierten Grenzwerte in das Genehmigungsverfahren
einzubringen und somit auch von der Gewerbeaufsicht überwachen zu lassen.
Einigkeit wurde auch mit den Betreibern über
Art und Umfang der Kontrollmessungen erzielt. Nach Auffassung von Günter
Dehoust, so die SPD, handelt es sich, wenn die in der ersten Verhandlungsrunde
besprochenen Punkte umgesetzt werden, dann bei der geplanten Anlage
um eine der besten und saubersten in Europa. Dies bestärkt die SPD-Fraktion
des Samtgemeinderates in ihrer Meinung, auf weitere Verhandlungen zu
setzen.
Ein weiterer Gesprächspunkt waren Art, Menge
und Herkunft der Abfälle. Hierbei fordert die SPD-Fraktion in den kommenden
Gesprächen folgende Festsetzungen:
l Es dürfen keine besonders überwachungsbedürftigen
Abfälle verbrannt werden.
l Der Abfall darf nur aus den Niederlanden
und Deutschland kommen. Vom deutschen Müll sollen 80 Prozent aus Niedersachsen
und Nordrhein-Westfalen kommen.
l Der Transport erfolgt nur zu einem Drittel
durch Lastwagen. Die Transportwege sind festzulegen, Transporte durch
Ortschaften sollen vermieden werden.
l Die in der Anlage zu verbrennende Müllmenge
muss erheblich reduziert werden. Im Gespräch mit den GN sagte Fraktionssprecher
Dieter Schowe gestern, dass die SPD die Reduzierung der Kapazitäten
um etwa ein Drittel fordert. Das könnte heißen: Nur zwei statt der geplanten
drei Anlagen.
"Durch diese Festlegungen wollen wir den
befürchteten Mülltourismus vermeiden und die zusätzlichen Verkehrsbelastungen
für die Bevölkerung auf ein Minimum herabsenken", sagt Dieter Schowe.
Wenn alle Verhandlungen abgeschlossen und schriftlich
fixiert sind, kann jedes Fraktionsmitglied für sich darüber entscheiden,
ob die erzielten Verhandlungsergebnisse ausreichend sind und der Bau
einer solchen Anlage für ihn vertretbar ist oder nicht, heißt es in
der Pressemitteilung. Das heißt im Klartext: Es soll keinen Fraktionszwang
geben.
"Ziel der SPD-Fraktion ist es, in Verhandlungen
mit den Betreibern der Müllverbrennungsanlage zu erreichen, schädigende
Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen auszuschließen und die
Belastung der Bevölkerung auf ein Maß, wie auch bei anderen Industriegebieten
unumgänglich, zu beschränken. Dies war und ist auch weiterhin Mehrheitsmeinung
in der SPD-Fraktion", schreibt die Fraktion des Samtgemeinderates.
25.02.2004
b
Schadet
Emlichheim der wirtschaftlichen Zukunft der Niedergrafschaft?
Meinung metmekaar Politik und Kultur in der Niedergrafschaft Bentheim
Man
sagt, dass spätestens beim Geldbeutel die Freundschaft aufhört. Es könnte
also sein, dass sich irgendwann aus den umliegenden Gemeinden wenig
freundschaftliche Gefühle und Gedanken in Richtung Emlichheim richten
werden. Der Bau einer riesigen Müllverbrennungsanlage im Europark könnte
nicht nur für die Samtgemeinde Emlichheim, sondern auch für die umliegenden
Gemeinden noch kaum bedachte Folgen haben.
Inzwischen wird von Sachverständigen behauptet, eine Müllverbrennungsanlage
mit hohem technischen Standard sei nicht schlechter oder besser als
eine biologisch-mechanische Behandlung des Mülls mit anschließender
Deponierung. Seit neuestem sollen die Betreiber sogar auf die ursprünglich
vorgesehene Verbrennung von Bahnschwellen verzichten wollen. Doch all
diese Beschwichtigungen und Nachbesserungen gehen am Problem vorbei.
Was hat Emlichheim, was hat die Grafschaft davon, wenn Müll aus
ganz Europa nach Emlichheim gekarrt und hier verbrannt wird? Es geht
ja gerade nicht um Grafschafter Müll, dessen Entsorgung ist gesichert.
Selbst wenn man die gesundheitlichen Gefährdungen ignoriert, selbst
wenn man davon ausgeht, dass alles schon nicht so schlimm kommen wird:
Die MVA entspricht nicht den Interessen der Region, im Gegenteil: Sie
beschwört Gefahren für die wirtschaftliche Zukunft der Niedergrafschaft
herauf.
Ein wichtiger Teil der heimischen Wirtschaft ist immer noch die Landwirtschaft.
Die Bauern der Niedergrafschaft haben es schwer genug. Ein ruinierter
Milchpreis, immer wieder aufzuckende Seuchengefahren haben ihnen eine
Reihe von schlechten Jahren beschert. Und nun müssen sie damit rechnen,
dass ihren Produkten - Bahnschwellen hin oder her - schnell das Etikett
angehängt werden kann, toxisch belastet zu sein. Die Folgen für viele
Niedergrafschafter Familien mag man sich gar nicht ausmalen.
Noch ist die relativ intakte Umwelt ein Plus der Region. Eine bemerkenswerte
Zahl von Menschen sucht hier Ruhe und Erholung. Aber wer möchte schon
gern durch eine Gegend fietsen oder wandern, in denen man mit der vermeintlich
reinen Luft auch Feinstäube einatmet, die mit allerlei Giften behaftet
sind? Nachrichten über solche Gefahren, von den modernen Medien blitzschnell
verbreitet, führten schon in der Vergangenheit in kürzester Zeit zu
einem radikal veränderten Verbraucher- oder Tourismusverhalten. Das
würde (das wird?) auch in der Niedergrafschaft nicht anders sein.
Ob man dies alles in Emlichheim nicht bedacht hat? Ist der finanzielle
Druck aus dem Europark-Engagement so groß, dass man buchstäblich jeden
Dreck nimmt? Warum holt man sich dieses Teufelszeug in die Gemeinde?
Man nimmt dabei in Emlichheim in Kauf, der wirtschaftlichen Entwicklung
der Region schweren Schaden zuzufügen. Und man wird den Emlichheimer
Kommunalpolitikern nicht nur vorwerfen müssen, dass sie die Bevölkerung
viel zu spät und erst unter öffentlichem Druck informierten. Wer sich
für Nachbesserungen einsetzt, hat ohnehin bei der Gestaltung des ursprünglichen
Konzepts geschlafen. Eine überlegt geplante, an den Interessen der Region
orientierte Politik sieht anders aus.
24.02.2004
CDA-Basis gegen MVA im Europark
Coevorden/fs – Die Coevordener CDA-Mitglieder
äußern scharfe Kritik an ihrem Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat der
niederländischen Grenzgemeinde, Roelof Frensen. Nach einem Bericht der
Zeitung Dagblatt von het Norden hatte sich Frensen in den vergangenen
Tagen nicht strikt gegen die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage
im Europark ausgesprochen, sondern lediglich gefordert, dass die Antragsteller
strengsten Umweltanforderungen unterworfen werden müssten.
Ein deutliches "Nein" gegen die Müllverbrennungsanlage,
wie die VVD-Fraktion dies unlängst beschloss, ging Frensen erheblich
zu weit. Die CDA-Basis fordert nun, dass sich
ihre Stadtratsfraktion ebenfalls eindeutig gegen den Bau der Anlage
ausspricht. Während einer Versammlung ließen die CDA-Mitglieder zudem
kein gutes Haar am Volker-Stevin-Konzern, zu dem auch die Firma Westo
gehört. "Volker Stevin ist in den niederländischen Baubetrugsskandal
verwickelt. Mit einem solchen Unternehmen macht man keine Geschäfte",
hieß es seitens der CDA-Mitglieder.
Westo-Geschäftsführer Henk Jacobs wird
zudem vorgeworfen, in Sachen Müllverbrennungsanlage mehrfach falsche
Informationen verbreitet zu haben.
Die Arbeitgeber innerhalb der Coevordener Christdemokraten
vertreten den Standpunkt, dass die Müllverbrennung in der Provinz Drenthe
in Wijster konzentriert werden müsse.
21.02.2004
MVA
Emlichheim - Eine Chronologie der Ereignisse
Etwa seit Anfang Dezember ist die geplante
Müllverbrennungsanlage im Europark in der öffentlichen Diskussion. Bei
der Vielzahl der Stellungnahmen und Ereignisse ist es nicht leicht,
einen Überblick zu behalten. Hier wird versucht, die wesentlichen Informationen
und Abläufe zusammenzufassen.
Aktuell
Am Montag, 16.02.04 übergaben Vertreter der BI gegen die Müllverbrennung
im Europark die Unterschriftenlisten zur Einreichung des Bürgerbegehrens
bei der Samtgemeinde Emlichheim.
Am 17. 2. verhandelte eine Gruppe von Fachleuten im Auftrag der Samtgemeinde
mit dem Antragsteller, um Verbesserungen in der Technik zu erreichen.
Günter Dehoust vom Öko-Institut Darmstadt meinte, dass eine Müllverbrennungsanlage
mit einem hohen technischen Stand nicht besser und nicht schlechter
sei als eine sehr gute mechanisch-biologische Vorbehandlung des Mülls
und einer anschließenden Deponierung oder Verbrennung. Man mache Fortschritte
und sei optimistisch.Am Mittwoch, 18. Februar, fand in Uelsen eine Veranstaltung
des Arbeitskreises zur Erhaltung der Natur mit Vertretern der BI Emlichheim
und dem Nordhorner Mediziner Prof. Dr. Friedrich Portheine statt. Er
bewertet die gesundheitlichen Risiken einer solchen Anlage ähnlich wie
die Vertreter der BI (siehe gesonderten Bericht)
Die Vorgeschichte:
Die unternehmerische Idee
Anfang
Juni 2003 informierte der Unternehmer Henk Jacobs in einer nicht öffentlichen
Sitzung die Politiker der Samtgemeinde Emlichheim, des Rates der Gemeinde
Laar und des Rates der Gemeinde Coevorden (NL) über seine Pläne zum
Bau einer Müllverbrennungsanlage. Jacobs betreibt die Firma Beton- und
Bewehrungscenter (BEE) im Europark. Er möchte mit dieser Firma Eisenbahnschwellen
aus Beton vor allem für die Niederlande herstellen. Im Gegenzug will
er hoch belastete Bahnschwellen aus Holz aus den Niederlanden abnehmen
und in einer Biomasseanlage verbrennen. Hinter Jacobs steht die Firma
Westo in Coevorden, die wiederum ist eine Tochter des Baukonzerns KWS.
Die Anlage soll auf die Verbrennung von zunächst etwa 450.000 t im Jahr
ausgelegt werden. Eine Erweiterung auf 600.000 Tonnen ist geplant. Es
sollen Biomasse, Siedlungs- und Gartenabfälle, unter anderem auch alte
Eisenbahnschwellen verbrannt werden. Durch die Verbrennung entsteht
Prozessdampf, der zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt und auch
an andere, noch zu gründende Firmen abgegeben werden soll. Es sollen
drei "Linien" entstehen, zwei auf deutschem, eine auf niederländischem
Gebiet. Jacobs hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung mit SITA getroffen,
einem der größten europäischen Abfallentsorger. Die Auslastung sei gesichert.
Die
Kommunalpolitiker und Vertreter der Verwaltung informierten sich
nach eigener Darstellung indem sie verschiedene Beratungs- und Informationsgespräche
mit Fachleuten. führten. U. a. wurde eine vergleichbare Anlage in Alkmaar
(NL) besichtigt. Man zeigte sich von der Unbedenklichkeit dieser Anlage
überzeugt.
Die
Antragsunterlagen
wurden Anfang Oktober bei der Bezirksregierung Weser-Ems als der zuständigen
Genehmigungsbehörde eingereicht. In dem Antragsverfahren ist vorgesehen,
die Unterlagen vom 23. Januar bis 23. Februar 2004 im Bürgerbüro Emlichheim
öffentlich auszulegen. Bis zum 8. März können Einwände erhoben werden.
Am 4. Mai 2004 ist ein öffentlicher Erörterungstermin geplant.
Anfang
Dezember
wurde die Öffentlichkeit durch eine Veranstaltung von "Bündnis90/Die Grünen"
aufgeschreckt. Vertreter von KWS, eine Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die
Grünen, Karl Koch von "Das bessere Müllkonzept" und Bürgermeister
Stegemann waren anwesend. Es wurde deutlich, dass viele
Bürgerinnen und Bürger sich nur unzureichend bzw. viel zu spät informiert
fühlten. Dieser Vorwurf richtete sich vor allem an die Politiker und
die Verwaltung der Samtgemeinde.
Schon
wenige Tage später
bildete sich eine Bürgerinitiative, die sehr bald auch eine eigene homepage
ins Internet stellte: www.mvaeuropark.de . Sie lud zu einer Veranstaltung am 15.12.03 in die Gaststätte Dreher ein
an der 500 Besucher teilnahmen.
Am
17. Dezember beschäftigte sich der Samtgemeinderat mit der MVA
Wieder beteiligten sich etwa 500 Besucher innerhalb und außerhalb des Hauses
Ringerbrüggen an der Diskussion. Die Kommunalpolitiker stehen der MVA
überwiegend weiter positiv gegenüber. Politik und Verwaltung können
wohl nicht mehr zurück, da alle planungsrechtlichen Voraussetzungen
bereits vor Monaten geschaffen wurden. Sie hoffen vor
allem auf Investitionen, die weitere Ansiedlungen im Europark nach sich
ziehen. Kritiker rechnen ihnen vor, dass die Region mit der bereits
genehmigten Biomasseanlage der Fa. PROKON in Emlichheim und der geplanten
MVA im Europark mit einem Müllaufkommen von min. 1.000.000 t im Jahr
fertig werden muss. Man erwartet, dass die Anlage einen erheblichen
"Mülltourismus" nach sich ziehen wird, da in der Grafschaft
selbst jährlich nur etwa 30 000 t verbrennungsfähiger Müll entstehen.
Man befürchtet, dass bei einer Betriebszeit von min. 40 Jahren eine
nachhaltige Gefährdung der Menschen durch gefährliche Schadstoffemissionen
besteht. Diese Befürchtung wird auch von vielen Landwirten geteilt. Die
Kritiker gehen auch davon aus, dass die Ansiedlung einer MVA die weitere
Entwicklung eines Industrie- u. Gewerbegebietes behindert. Lediglich
weitere Entsorgungsfirmen seien noch bereit, sich dort niederzulassen.
Außerdem wird bemängelt, dass die Ansiedlung einer Müllverbrennungsanlage
kaum zu mehr Arbeitsplätzen für die Region führt.
Politik
und Verwaltung wehrten sich
Am 10. Januar erschien in den GN eine Anzeige der Samtgemeinde. Es wurde u.
a. darauf hingewiesen, dass die geplante Anlage im Europark bei entsprechender
Auslastung jährlich 480 Mio. kWh Strom erzeugen solle. Dadurch würden
50 Mio. m3 Gas bzw. 50 Mio. Liter Heizöl eingespart. Der
Vermeidung von umweltgefährdendem CO2 sei beträchtlich.
Antragsunterlagen
liegen öffentlich aus
Vom
23. Januar bis 23. Februar liegen die Antragsunterlagen der Firmen Infracom
GmbH aus Itterbeck und BBE Bewehrungs- und Betoncenter Europark GmbH
aus Laar öffentlich aus. Interessierte Bürger können sich bei der Samtgemeinde
Emlichheim, bei der Bezirksregierung in Oldenburg sowie in den Gemeinden
Coevorden, Hardenberg und der Provinz Drenthe in Assen informieren.
Im Internet findet man Informationen unter http://www.weser-ems.de/ . Einwendungen müssen bis zum 8. März bei der Bezirksregierung, der Provinz
Drenthe oder den Gemeinden Coevorden und Hardenberg sowie der Samtgemeinde
Emlichheim vorliegen. Für den 4. Mai ist ein Erörterungstermin in der
Vechtetalhalle in Emlichheim geplant. Dabei können insbesondere die
Kritiker des Projekts ihre schriftlich eingereichten Einwendungen noch
einmal vortragen
An
öffentlichen Demonstrationen
gegen
die MVA nahmen im Januar in Emlichheim rund 1000 und in Coevorden rund
2500 Menschen teil.
Am 2. Februar informieren Politik und Verwaltung
Etwa
1500 Menschen waren bei der Veranstaltung in der Sporthalle zugegen.
Neben verschiedenen Fachleuten war auch der Unternehmer Henk Jacobs
anwesend, dem wenig Sympathie entgegen schlug. Er versprach etwa 100
bis 200 Arbeitsplätze. Heiko Doedens vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft
und Abfalltechnik der Universität Hannover sprach sich für eine Verringerung
der Abfallmengen, die Streichung einiger besonders gefährlicher Stoffe
und Verbesserungen in der Rauchgasreinigung aus. Günter Dehoust vom
Ökoinstitut Darmstadt meinte, dass bei der Rauchgasreinigung mit neuester
Technik deutlich bessere Werte zu erreichen seien. Der Toxikologe Hermann
Kruse vom Institut für experimentelle Toxikologie am Universitätsklinikum
Kiel fordert deutlich niedrigere Grenzwerte. Er rät zu erheblichen Verbesserungen
bei der beantragten Müllverbrennungsanlage.
Bürgerbegehren
Ebenfalls
am 2. Februar startete die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren. Zunächst
müssen dafür 10 Prozent aller Wahlberechtigten gewonnen werden. Der
Samtgemeinderat muss anschließend entscheiden, ob ein Bürgerbegehren
zulässig ist. Ist das der Fall, muss innerhalb von drei Monaten ein
Bürgerentscheid organisiert werden. Daran können alle Wahlberechtigten
teilnehmen. Der Bürgerentscheid kann sich dennoch nicht einfach für
oder gegen die MVA richten. Alle planungsrechtlichen Voraussetzungen
sind nämlich gegeben. Die Bürgerinitiative möchte deshalb erreichen,
dass keine Gründstücke für den Bau einer Müllverbrennungsanlage zur
Verfügung gestellt werden.
Am Montag, 16.02.04 übergaben die Vorsitzenden der BI gegen die Müllverbrennung
im Europark die Unterschriftenlisten zur Einreichung des Bürgerbegehrens
bei der Samtgemeinde Emlichheim.
Ca. 26oo Unterschriften hatten die Bürger in den vergangenen zwei Wochen
gesammelt und dokumentieren damit ihren Unwillen gegen die Politik der
Samtgemeinde, unbedingt am Bau der Müllverbrennungsanlage im Europark
fest zu halten.
20.02.2004
Dagblad
van het Noorden, 20.2.2004 (dt. Übersetzung):
Große Beschwerden von Coevorden gegen die Müllverbrennung
Jannes Bijlsma coevorden –
Der Stadtrat von Coevorden ist unzufrieden über den Genehmigungsantrag
für die MVA auf dem deutschen Gebiet des Europarks. Das schreibt der
Stadtrat in einem Brief an die Bezirksregierung Weser-Ems in Oldenburg.
Der Stadtrat äußert heftige Kritik über die schlechte niederländische
Übersetzung der deutschen Anfrage. Außerdem weist er die Genehmigungsbehörde
darauf hin, dass die Voruntersuchung nicht gründlich genug geweisen
sei.
Der Stadtrat nennt die Beschreibung der technischen Aspekte der MVA –
neben der schlechten Übersetzung – als besonders kurzgefaßt: „Daraus
spricht unzureichender Respekt vor den Betroffenen, insbesondere den
Einwohnern von Emlichheim und Coevorden“.
Außerdem erachtet der Stadtrat die Information über die zu erwartenden
Emissionen – das, was man einatmet – als absolut unzureichend, um sich
einen guten Eindruck von dem Einfluss der Anlage auf die Umgebung machen
zu können. „Gerade weil wir erwarten, dass der Einfluss sehr begrenzt
sein kann, bemühen wir uns um ein komplettes Bild, um das zu bestätigen“.
Coevorden bittet die Genehmigungsbehörde über Aufklärung bzgl. der Einteilung
der Abfallströme in Niederland und Deutschland. Die seien nämlich unterschiedlich,
schreibt der Stadtrat. „Bahnschwellen werden in Deutschland als Biomasse
bezeichnet, während sie in den Niederlanden als gefährlicher Sondermüll
angesehen werden.“ Der Stadtrat fordert in seinem Brief, dass er ständig
über die ein- und ausgehenden Ströme der MVA informiert werde. Auch
will der Stadtrat, dass in der Genehmigung fixiert wird, dass nicht
mehr als 30% des (angelieferten) Abfalls mit dem LKW transportiert wird.
In dem Brief macht der Stadtrat den Vorschlag, die Rauchgasreinigung und
damit den Ausstoß deutlicher zu beschreiben. „Der Antragssteller ist
dafür verantwortlich, die Emissionsnormen einzuhalten. Es würde viel
Unruhe verhindern, wenn dieser verpflichtet beweisen müsste, warum/inwiefern
das gewählte Konzept ausreicht.
Der Stadtrat geht davon aus, dass Westo sich nicht allein an die Normen
hält, sondern den Ausstoß von Giftstoffen so niedrig wie technisch möglich
hält: dem dem sogenannten ALARA-Prinzip, „as low as reasonable achievable“.
Folgende Woche bespricht der Gemeinderat von Coevorden den Brief. Übersetzung
von Wolfgang & Idhuna Barelds
19.02.2004
Prof. Dr. Portheine spricht sich gegen die geplanten
MVA aus !
Vor zahlreichen, interessierten Bürgern aus Uelsen, Neuenhaus und Emlichheim
hat sich der bekannte Umwelt- und Labormediziner aus Nordhorn deutlich
gegen die geplanten MVA ausgesprochen.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kritisierte er den „Gigantismus“ der
beantragten Anlage und den damit verbundenen Mülltourismus. Prof. Dr.
Portheine befürchtet durch den Betrieb der MVA und des Biomasse-Kraftwerkes
ernst zu nehmende Gesundheitsschäden, insbesondere der Atemwege, für
die Bevölkerung.
Er wies in seinem Beitrag nachdrücklich auf die besonderen Gefahren
durch die bei der Verbrennung von belasteten Bahnschwellen entstehenden
Giftstoffe hin und forderte die verantwortlichen Politiker auf, den
Bau der Anlage mit allen Mitteln zu verhindern.
18.02.2004
Verhandlungen über MVA "gutes Stück weiter"
von manfred münchow
Müllverbrennung Noch kein Ergebnis
Gestern
saßen der Unternehmer, der im Europark drei Müllverbrennungsanlagen
bauen will, und die Gutachter der Samtgemeinde Emlichheim am Verhandlungstisch.
"Wir kommen ein gutes Stück weiter", sagt Günter Dehoust vom
Öko-Institut Darmstadt. Der Gutachter spricht von konstruktiven Gesprächen.
Emlichheim
– Auf die Frage, ob die Verhandlungen über Nachbesserungen bei den technischen
Standards erfolgversprechend verlaufen, sagt Günter Dehoust: "Ich
bin optimistisch, wenn der Antragsteller die Ansätze, die er derzeit
macht, bis ins Detail festschreiben lässt". Nach Ansicht des Gutachters
vom Öko-Institut ist man "ein gutes Stück weiter".
Als Grund für die konstruktiven Gespräche nennt
Dehoust auch die Haltung von Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
und Erster Samtgemeinderat Johann Beerlink: "Die Samtgemeinde stärkt
uns den Rücken, sie steht voll hinter unseren Forderungen".
Günter Dehoust hat sich nach eigenen Angaben
kritisch mit dem Thema Müllverbrennung beschäftigt. "Müllverbrennung
muss nicht zwingend sein", sagt er, verweist aber darauf, dass
sich die Anlagentechnik in den vergangenen Jahren verbessert hat. Eine
Müllverbrennungsanlage mit einem hohen technischen Stand ist nach Meinung
von Dehoust "nicht besser und nicht schlechter" als eine sehr
gute mechanisch-biologische Vorbehandlung des Mülls und einer anschließenden
Deponierung oder Verbrennung.
Der Gutachter gibt zudem folgendes zu bedenken:
Bei der mechanisch-biologischen Vorbehandlung des Hausmülls wird etwa
ein Drittel aussortiert und verbrannt.
Dadurch, dass jedoch die besonders heizwertreiche
Fraktion in die Verbrennung gelangt, wird bei den Rauchgasen vom Volumen
her etwa die Hälfte des Wertes erreicht, der entsteht wenn man gleich
alles in die Verbrennung gibt. Das wird in der Diskussion häufig übergangen.
Als seinerzeit die Biomasseverordnung entwickelt
wurde, gehörte Dehoust zu den Beratern des Bundesumweltministeriums.
Doch er war sich nicht in allen Punkten mit dem Ministerium einig.
"Ich war immer ein großer Gegner davon,
das belastete Hölzer in die Verordnung aufgenommen werden", sagt
der Diplom-Ingenieur. Und auch die Förderung der Verbrennung von belasteten
Hölzern durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) lehnt Dehoust ab:
"Die Förderung für belastetes Altholz sollte ganz gestrichen werden".
Seiner Ansicht nach
wäre es auch sinnvoll gewesen, in der Biomasseverordnung die Förderung
von importierten Hölzern auszuschließen. Dehoust zufolge ist es auch
nicht einzusehen, dass letztendlich die Bürger die Beseitigung von belasteten
Hölzern subventionieren. Die Besitzer von solchen Hölzern "hätten
auch die normalen Verbrennungspreise zahlen können". Ziel einer
Biomasseverordnung könne es nicht sein, die Verbrennung billig zu halten.
Die Verhandlungen zwischen dem niederländischen
Investor und den Gutachtern der Samtgemeinde gehen weiter. Neben Günter
Dehoust sitzen noch Heiko Doedens vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft
und Abfalltechnik der Universität Hannover und der Toxikologe Hermann
Kruse vom Institut für experimentelle Toxikologie am Universitätsklinikum
Kiel mit am Verhandlungstisch der Samtgemeinde. Kruse war gestern jedoch
nicht in Emlichheim. An der anderen Seite des Tisches sitzen der Investor
Henk Jacobs sowie seine Berater Andries A. Adema und Professor Karl
Kautz. Das Ergebnis der Verhandlungen will die Samtgemeinde während
einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen.
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17.02.2004
Unterschriften-Aktion
Professor Portheine spricht in Uelsen
Etwa 2600 Unterschriften hat die Bürgerinitiative Müllverbrennung/Vuilverbranding
im Europark gestern dem Emlichheimer Samtgemeindebürgermeister Hildebrand
Stegemann übergeben. Die Unterzeichner fordern einen Bürgerentscheid,
mit dem geklärt werden soll, ob im Europark die geplanten Müllverbrennungsanlagen
gebaut werden dürfen oder nicht.
Emlichheim/MM
– Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann bestätigte den Empfang
der Unterschriften.
Die Frage, ob ein Bürgerbegehren
in diesem Fall zulässig ist oder nicht, will die Samtgemeinde von Fachleuten
vom Städte- und Gemeindebund klären lassen. In der niedersächsischen
Gemeindeordnung ist geregelt, in welchen Fällen ein Bürgerbegehren nicht
zulässig ist. Unter anderem gilt dies für abfallrechtliche Zulassungsverfahren.
Daher hat die Bürgerinitiative, die gegen die
Müllverbrennungsanlagen kämpft, auch einige Hintertürchen aufgemacht,
um eventuell doch zum Erfolg zu kommen. Mit dem Bürgerbegehren soll die
Samtgemeinde Emlichheim als Gesellschafterin der Europark-GmbH aufgefordert
werden, ihre Aufsichtsratsmitglieder zu verpflichten, folgenden Antrag
zu stellen: "Bei jeder Grundstücksübertragung durch die Europark Coevorden/Emlichheim
Entwicklungsgesellschaft mbH auf einen Dritten ist dieser vertraglich
zu verpflichten, auf dem betreffenden Grundstück die Errichtung oder das
Betreiben einer Müllverbrennungsanlage (zum Beispiel Biomassekraftheizwerk
oder Thermische Abfallverwertung zu unterlassen." Es soll
auch vertraglich ausgeschlossen werden, dass so genannte Strohmänner Grundstücke
kaufen und an andere Interessenten weiterverkaufen, die im Europark Müll
verbrennen wollen.
Zusätzlich setzen die Gegner der Müllverbrennungsanlagen
auf einen Stimmbindungsvertrag zwischen Coevorden und Emlichheim. Darin
verpflichten sich beide Seiten, in Angelegenheiten des Europarks einheitlich
abzustimmen. Damit haben die beiden Kommunen eine Mehrheit im Aufsichtsrat
des Europarks.
Die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung lehnt
das Angebot der Samtgemeinde ab, an den Verhandlungen mit dem niederländischen
Investor um Nachbesserungen bei den technischen Standards der Anlagen
teilzunehmen. Man sei gegen die Anlagen, da verbiete sich die Teilnahme
an Verhandlungen um technische Nachbesserungen, hieß es in den vergangenen
Tagen mehrfach. Gleichwohl will man zwei neutrale Beobachter in die Verhandlungen
entsenden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bürgerinitiative
umfassend informiert ist.
Am morgigen Mittwoch um 20 Uhr laden eine Emlichheimer
und eine Uelser Bürgerinitiative zu einer Informationsveranstaltung ins
reformierte Gemeindehaus ein. Hier hat Professor Friedrich Portheine seine
Teilnahme zugesagt. Es sollen die Auswirkungen auf die Samtgemeinde Uelsen
erörtert werden.
16.02.2004
A
U F R U F an den G E M E I N D E R A T L A A R
(J.H.Arends, R.Brinks, W.Jörissen, H.J.Kampert, M.Kuipers, G.Langius,
G.Luttermenn, H.Meyerink, H.Snippe, G.Trüün, J.H.Zwaferink, I.Derks)
Klaus
Gaßmann
49824 Emlichheim, 16.02.2004
Tannenstr.19
TATSACHE
IST:
Der Samtgemeindrat will seinen Bürgern weiterhin zumuten:
Schadstoffe aus vier MVA, gewaltige Verkehrsbelastung /Dieselruß, Unfallgefahren),
Großstadtverkehr in Laar Herr Jacobs ist bestrebt, durch möglichst billige
Filteranlagen viel Profit zu erlangen.
WESTO macht bewusst falsche Angaben: Der Coevorden-Picardie-Kanal soll
Frachtweg für Mülltransporte zu den MVA sein (Oder verbirgt sich hier
ein neuer Coup der Samtgemeinde).
Westo hat schon im September 03 Vorverträge mit Mülleinsammler-Firmen
in ganz Europa abgeschlossen (s. Unterlagen der Betreiberfirma).
Weit über hundert Meter lange und in der Höhe dreizehnstöckigen Gebäuden
entsprechende Wände werden Ihnen den freien Blick auf Sonnenuntergänge
versperren.
Inzwischen hat sowohl im Gemeinderat Coevorden, wo zwei Parteien gegen
die MVA votieren, als auch bei Emlichheimer Abgeordneten und der SPD ein
Meinungsumschwung stattgefunden. Seit Freitag ist bekannt, dass
endlich auch drei Mitglieder Ihres Laarer Gemeinderates sich öffentlich
gegen das MVA-Projekt ausgesprochen haben.
In der Bevölkerung ist man der Meinung, dass H.Stegemann den Laarer Gemeinderat
bei der Beschlussfassung zur Bebauungsplanänderung am 10.07.03 über die
tatsächlichen Bauabsichten im Europark nicht informiert, also getäuscht
hat; und zwar ähnlich wie schon bei der geplanten Prokon.Anlage, als der
Emlichheimer Gemeinderat nicht über die vorgesehene Verbrennung von Hölzern
der Kategorie 4 unterrichtet wurde (2 Zeugen).
Sollte dieser vermutete Sachverhalt zutreffen, wären die Laarer Räte berechtigt
und verpflichtet, den o.g. Beschluss aufzuheben und durch Hinzufügen des
Vermerks „Ausschluss von MVA jeglicher Art im Europark“ neu zu formulieren
und zu beschließen.
Liebe
Laarer Ratsmitglieder!
Vor
dem Hintergrund, dass die Anzahl der MVA-Gegner auch in den Reihen
der Abgeordneten stetig wächst und Sie eine enorme Rückendeckung fast
der gesamten Bevölkerung dies- und jenseits der Grenze genießen, bitte
ich für alle betroffenen Menschen:
HEBEN SIE DEN BESCHLUSS VOM 10.07.03 AUF, bevor die Europark GmbH die
nötigen Grundstücke an die Investoren verkauft!
Alle mit Recht sehr um ihre Umwelt besorgten Bürger der gesamten Region
erwarten von Ihnen die Bewahrung unseres höchsten Gutes, nämlich „reine
Luft zum Atmen“.
Zeigen Sie, dass Ihnen Ihre unversehrte Heimat mehr bedeutet, als blindes
Gewinnstreben des Herrn Jacobs und die durch Fehlplanung der Verantwortlichen
entstandene Finanzlücke.
Wenn Sie, als unmittelbar Betroffene, Ihre Heimat lebenswert erhalten
und Ihren Nachbarn auch ab 21.06.04 noch ohne Schuldgefühle in die Augen
schauen wollen (Laarer Bürger sind verständnislos und wütend), so betätigen
Sie sofort den Notfallknopf! Noch können Sie sich ein Denkmal setzen,
andernfalls werden Sie auf Lebenszeit den gesundheitsgefährdenden Schandfleck
vor Augen haben. Also: Neuer Beschluss ! Sie sind unsere einzige Chance
gegen 3 MVA!!!
16.02.2004
Pressemitteilung
der Bürgerinitiative Müllverbrennung/Vuilverbranding
im Europark
Bürgerinitiative übergibt Unterschriften zum Bürgerbegehren!
Am Montag, 16.02.04 übergaben die Vorsitzenden der BI gegen die Müllverbrennung
im Europark die Unterschriftenlisten zur Einreichung des Bürgerbegehrens
bei der Samtgemeinde Emlichheim.
Ca. 26oo Unterschriften hatten die Bürger in den vergangenen zwei Wochen
gesammelt und dokumentieren damit ihren Unwillen gegen die Politik der
Samtgemeinde, unbedingt am Bau der Müllverbrennungsanlage im Europark
fest zu halten.
Mit dem speziellen Hinweis auf den § 22b Abs. 9 NGO indem es heißt:
Der Rat kann den Bürgerentscheid
dadurch abwenden, dass er zuvor vollständig oder im wesentlichen im Sinne
des Bürgerbegehrens entscheidet, erklärt die Bürgerinitiative,
dass die Samtgemeinde nun die Möglichkeit hat den offenkundigen Bürgerwillen
aufnehmen und erfüllen zu können.
Im Weiteren ruft die BI noch einmal dazu
auf, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen Einwendungen gegen die Genehmigungsunterlagen
einreichen zu können. Hilfestellung und Informationen gibt die Bürgerinitiative
über ihre Homepage www.mvaeuropark.de oder auf Anfrage bei allen Vorstandsmitgliedern.
13.02.2004
Emlichheimer machen Politikern Dampf
von manfred münchow
Müllverbrennung Über
600 Bürger bei Diskussion – Über 2000 Unterschriften für Bürgerbegehren
Das
Informationsbedürfnis der Bürger im Raum Emlichheim über die geplanten
drei Müllverbrennungsanlagen im Europark ist groß. Gut 600 Interessierte
füllten am Mittwoch das reformierte Gemeindehaus in Emlichheim. Und viele
machten ihrem Unmut über die Pläne Luft. Vor allem den Politikern der
Samtgemeinde machten sie Dampf.
Emlichheim
– Begeisterter Applaus brandet auf als Michael
Dykhuis von der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung verkündet, dass
der Emlichheimer SPD-Ortsverein sich auch gegen die Müllverbrennung ausgesprochen
hat (siehe gesonderten Bericht auf der Seite Niedergrafschaft). Man hört
es gleich: Eine überwältigende Mehrheit der über 600 Anwesenden will die
drei Müllverbrennungsanlagen (MVA) im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet
Europark nicht haben.
"Wer in Emlichheim braucht eine MVA und
wer in Emlichheim will eine MVA", schallt es aus dem Publikum. "Wir
haben die schlechteste Technik, darum kommt man mit dem Müll zu uns",
meldet sich ein weiterer Besucher zu Wort und ruft pointiert: "Wir
sind der billige Jakob".
Die Argumente kommen aus dem Bauch heraus, sind
aber zumeist geprägt von tiefer Besorgnis und Unsicherheit, zuweilen ist
auch Wut dabei.
Nachdem die Samtgemeinde in der vergangenen Woche
erstmals zu einer Informationsveranstaltung eingeladen hatte, ist es an
diesem Mittwoch die Bürgerinitiative, die ihre Berater aufs Podium gebeten
hat. "Das Problem der Anlage ist die Überdimensionierung", sagt
Dorothea Steiner, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von
Bündnis 90/Die Grünen.
Die Politikerin unterstellt,
dass es nicht zu verhindern ist, dass dem Müll auf dem Weg vom europäischen
Ausland zur Verbrennungsanlage auch noch andere Stoffe "dazugemischt"
werden. Konkret wirft Steiner die Frage auf, was mit den Stoffen geschieht,
die nach einer Verbrennung übrig bleiben: "Soll hier auch noch eine
Sondermülldeponie entstehen, oder gibt es einen weiteren Mülltourismus?"
Für Klaus Koch vom Bundesverband "Das bessere
Müllkonzept" ist die geplante Biomasseverbrennung "das Herz
der Anlage", dass einer "Gelddruckmaschine" gleichkommt:
Es wird elektrische Energie erzeugt, die gegen einen Erlös ins Stromnetz
eingespeist wird. Sollte die Anlage noch vor dem 21. Juni genehmigt sein,
gibt es für die Verbrennung von Bahnschwellen auch noch Erlöse aus dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). "Wir sind nicht gegen Stromerzeugung
aus Biomasse", ruft Koch in den Saal, "aber es muss unbehandeltes
Holz sein und nicht eine Sondermüllverbrennung wie in Emlichheim".
Für solche Sätze erntet man bei den Gegnern des Projektes starken Applaus.
Koch geißelt auch die "veralteten Grenzwerte"
des Bundesimmissions-Schutzgesetzes.
Es bestehe eine Gefahr durch Feinstäube, die
chronische Krankheiten und auch Krebs hervorrufen könnten. "Entstehende
Partikel und Gase sind zu 80 Prozent biologisch noch nicht sicher einzustufen",
ist sich Koch sicher. Im Genehmigungsverfahren werde nur Einzelstoffbetrachtung
betrieben, die Kombinationswirkung von Stoffen aber nicht untersucht.
Auf die Gefahr, dass das Großprojekt zu viele
Fördermittel bindet und für andere Projekte und Gemeinden nicht mehr übrig
bleibt, macht Oberkreisdirektor Josef Brüggemann aufmerksam. Der Verwaltungschef
fordert einmal mehr, dass Projekte im Europark "vor die Klammer gezogen"
werden müssen. Gemeint ist eine Sonderförderung von Land und Europäischer
Union, die andere Fördertöpfe nicht leert. "Die Fördermittel sind
knapper geworden, es erreicht zunehmend Brisanz", warnt Brüggemann
angesichts leerer öffentlicher Kassen. Und auch die von den Befürwortern
des Projektes erhoffte Sogwirkung zur Ansiedlung weiterer Unternehmen
kann der Oberkreisdirektor "derzeit nicht erkennen".
Ein "Nein"
zur Müllverbrennung im Europark kommt Brüggemann nicht über die Lippen,
Applaus bekommt er dennoch.
"Nicht abschließend bewerten", will
auch der CDU-Landtagsabgeordnete Friedrich Kethorn das Projekt, betont
jedoch: "Sollte es zur Errichtung einer solchen gigantischen Anlage
kommen, muss sichergestellt werden, dass Mensch, Tier und Umwelt nicht
gefährdet werden." Auch dafür gibt es Beifall der Projekt-Gegner.
"Man kann sich nicht ständig hinter Gesetzen
verstecken", ruft ein Verbrennungsgegner in den Saal. Der SPD-Politiker
Heinrich Strenge widerspricht energisch. Schließlich habe man die Gutachter
beauftragt, die die Bürgerinitiative vorgeschlagen habe. "Zu spät",
schallt es aus dem Publikum zurück.
13.02.2004
SPD-Emlichheim stimmt gegen Müllverbrennung
versammlung Kontroverse Diskussion
Die
Mitglieder des SPD-Ortsvereins Emlichheim stimmten mehrheitlich gegen
die geplanten drei Müllverbrennungsanlagen im Europark. Die SPD-Fraktion
im Rat der Samtgemeinde geht aber dennoch in die Verhandlungen um technische
Nachbesserungen mit dem Investor.
Emlichheim/MM
– Der Abstimmung am vergangenen Sonnabend während einer außerordentlichen
Mitgliederversammlung war eine kontroverse Diskussion vorausgegangen.
Die Mehrheit der 24 Sozialdemokraten,
die sich an der Abstimmung beteiligten, votierte gegen das geplante Projekt
im Europark.
"In der Diskussion bei der SPD wurde der
Verlauf der Informationsveranstaltung der Samtgemeinde am 2. Februar in
der Vechtetalhalle in Emlichheim durchweg positiv bewertet. Als äußerst
hilfreich bei der weiteren Entscheidungsfindung wurden die zentralen Aussagen
der von der Samtgemeinde bestellten Gutachter gesehen.
Demnach reichten die
vom Antragsteller vorgesehenen technischen Sicherheitseinrichtungen bei
weitem nicht aus, um eine Gefährdung für Menschen und Umwelt durch giftige
Stoffe auf ein Mindestmaß zu reduzieren", heißt es in einer Pressemitteilung
der Sozialdemokraten.
Auch für den Fall technischer Nachbesserungen
könne nach Gutachterangaben ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden.
Zudem bestehe in Deutschland derzeit kein Bedarf für eine weitere Müllverbrennungsanlage
mit der geplanten Kapazität.
Nach einer eingehenden Diskussion wurde ein Antrag
von der SPD-Mitgliederversammlung angenommen, der sich eindeutig gegen
den Bau der geplanten Müllverbrennungsanlage im Europark ausspricht.
Begründet wird der Antrag
folgendermaßen: Aufgrund der vorliegenden Informationen
* sind mit der Verbrennung von Müll in der geplanten
großdimensionalen Menge nicht abschätzbare und somit unvertretbare gesundheitliche
Risiken für die Bevölkerung verbunden.
* sollen in der geplanten Anlage Sondermüllarten
(zum Beispiel Bahnschwellen) verbrannt werden, die ein erhöhte Belastung
der Umwelt mit Giftstoffen mit sich brächten.
* besteht für eine Anlage mit der geplanten Kapazität
in Deutschland kein Bedarf.
* besteht die Gefahr, dass Anlagen in kommunaler
Trägerschaft mit besserer technischer Ausrüstung (zum Beispiel Wijster
in den Niederlanden) und dadurch höheren Betriebskosten zu der geplanten
Anlage im Europark nicht konkurrenzfähig sind und ihren Betrieb einstellen
müssen.
* wäre ein unverhältnismäßig hohes Verkehrsaufkommen
durch Mülltransporte mit einer zusätzlichen Belastung an gesundheitsgefährdenden
Stoffen und Lärm verbunden und würde die allgemeine Lebensqualität in
unserer ländlichen Region stark mindern.
* würde der Bau einer Müllverbrennungsanlage
dem für den Europark aufgestellten "Masterplan", nach dem man
auf "saubere" Industrien (zum Beispiel Lebensmittelverarbeitung,
Elektro und dergleichen) setzt, entgegen stehen.
* wäre der Betrieb einer MVA mit den Plänen der
Entwicklung eines sanften Tourismus in der Region unvereinbar.
"Da der Landkreis Grafschaft Bentheim über
ein schlüssiges Müllentsorgungskonzept verfügt, ergibt sich auch regional
gesehen zurzeit kein Bedarf für den Bau einer MVA", schreiben die
Emlichheimer Sozialdemokraten. Für den Fall, dass die regionale Müllentsorgung
die Verbrennung von Müll erfordern würde, wäre der Betrieb einer Müllverbrennungsanlage
in kommunaler Trägerschaft vorzuziehen. Dadurch wären die mit der Verbrennung
von Müll verbundenen Risiken besser kontrollierbar und Natur und Umwelt
und somit auch die Gesundheit der Menschen nicht dem privatwirtschaftlichen
Gewinnstreben unterworfen. Vor allem aber sollten auf Nachhaltigkeit angelegte
Konzepte, bei denen die Vermeidung von Müll im Mittelpunkt steht, stärkere
Unterstützung finden als bisher, meinen die Sozialdemokraten.
12.02.2004
Auch Niederländer gegen Müllverbrennungs-Anlagen
Unterschriftenlisten Gemeinderat Coevorden berät
noch
Auch in den Niederlanden formiert sich Widerstand gegen die geplanten
Müllverbrennungs-Anlagen (MVA) im Europark. Über 3000 Unterschriften sind
am Dienstagabend Coevordens Bürgermeister Bert Bouwmeester übergeben worden.
Coevorden/MM/FG
– Insgesamt 2355 Unterschriften hat die Coevordener Bürgerinitiative,
die gegen die geplanten Müllverbrennungs-Anlagen kämpft, seit dem 13.
Januar gesammelt. Die niederländische Bürgerinitiative nutzte den Beginn
einer Sitzung des Rates der Gemeinde Coevorden, um die Unterschriftenlisten
an Bürgermeister Bert Bouwmeester zu übergeben.
Daneben haben Schüler der Schulengemeinschaft
"Nieuwe Veste Coevorden" weitere 700 Unterschriften bei Schülern
und Lehrern gesammelt, die sich ebenfalls gegen den Bau der drei geplanten
Müllöfen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet aussprechen.
Zu den über 3000 Unterschriften, die am Dienstagabend
in Coevorden übergeben wurden, kommen jene 4600 Unterschriften, die die
Emlichheimer Bürgerinitiative gesammelt und in der vergangenen Woche an
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann übergeben hat (wir berichteten).
Weitere 4300 Unterschriften haben Gegner der
Müllverbrennung in der Gemeinde Hardenberg gesammelt.
Wenn keine Verbrennungsgegner
doppelt unterschrieben haben, wären das unterm Strich über 12000 Menschen
in der Grenzregion, die sich gegen den Bau der geplanten Anlagen aussprechen.
Die gegenüber Emlichheim und Hardenberg vergleichsweise
geringe Zahl von Unterschriften erklärte Sabine Jürgens-Wolters gegenüber
der Tageszeitung "Dagblad van het Norden": "Wir haben nicht
genug Freiwillige zusammentrommeln können, um von Tür zu Tür zu gehen,
um auch so viele Unterschriften einzusammeln".
Unterdessen formiert sich auch im 25-köpfigen
Rat der Gemeinde Coevorden zumindest bei den kleineren Fraktionen deutlicher
Widerstand gegen das Millionen-Projekt im Europark.
So sprach sich die dreiköpfige
Fraktion von "PAC/GroenLinks", niederländische Grüne, gegen
die Müllverbrennungs-Anlagen aus. Jetzt folgte die sechsköpfige Fraktion
der rechtsliberalen VVD. Sie verweist darauf, dass sich auch Unternehmen
in Coevorden über das MVA-Projekt Sorgen machen und führt als Beispiel
den "CenterParc" De Huttenheugte bei Coevorden an.
Hier sei man alles andere als glücklich
mit den Plänen, ließ VVD-Fraktionsvorsitzender Geert Roeles das "Dagblad
van het Noorden" wissen.
Die Wählervereinigung "Gemeentebelangen"
im Coevordener Rat will erst Anfang März ihre Haltung zu dem MVA-Projekt
festlegen.
Die christdemokratische
CDA und die sozialdemokratische PvdA halten sich derzeit noch bedeckt.
Ihre Fraktionssprecher, Roelof Frensen (CDA) und Jantinus Westerhof
(PvdA), wollen mehr Informationen über die Müllverbrennungs-Anlagen abwarten,
ehe sie zu einer Entscheidung kommen. "Gefühle dürfen in diesem Fall
keine Rolle spielen, es geht um Fakten", meinte CDA-Frakrtionschef
Frensen.
06.02.2004
Analyse: Westo unterschätzt die Bedeutung der Kommunikation
– Das größte Hindernis bei der MVA ist der Direktor selbst“
Dagblad
van het Noorden, 6.2.2004
Seite 9: Regio:
Übersetzung des Kommentars „Grootste obstakel vuilverbrander is de direkcteur
zelf“ von Jan Westera
Es schien auf den ersten Blick mutig von Henk Jacobs, Direktor von prefab
Betonbau Westo aus Coevorden. Letzten Montag kam der – ohne Zweifel hart
arbeitende und von Ursprung Twentse – Unternehmer in die Höhle des Löwen,
um seinen umstrittenen Plan zu verteidigen, auf der Grenze bei Coevorden
eine MVA bauen zu wollen. In der Vechtetalhalle in Emlichheim begab er
sich vor 1.500 besorgten Grenzbewohnern in die Debatte mit deutschen Top-Wissenschaftlern.
Zwei Umweltwissenschaftler und ein berühmter Toxikologe ließen in dreimal
5 Minuten keine Argumente von Jacobs und Westo`s eigenem Hochgelehrten
Andries Adema stehen.
Kern der Kritik der deutschen Wissenschaftler: die MVA könnte viel sauberer
sein und Westo’s Antragsunterlagen sind voller Fehler und Widersprüche.
Es bedarf keiner Erläuterung, dass diese Mitteilung freudig durch das
Publikum aufgenommen wurde. Da half kein hastiges Versprechen von Jacobs
mehr, dass er noch mal sehen wolle, was sich an seiner MVA verbessern
ließe.
Inzwischen haben 10.000 Grenzbewohner Unterschriften gegen den Bau der
MVA gesetzt. Wie man auch denkt über den Bau der Anlage, eines ist in
den letzten Wochen deutlich geworden: die Art und Weise, wie Westo die
eigene Botschaft verpackt und verkauft, hat den Kampf gegen die MVA ungemein
verstärkt. Stärker noch, der meiste Widerstand gegen die Anlage wurde
durch die plumpe Argumentation des übermütigen Westo-Direktors provoziert.
Technokraten
Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass Jacobs und seine Mannschaft
von Ingenieuren das Verkaufen ihrer Botschaft deutlich unterschätzt haben.
Die studierten Technokraten und der innovativen Unternehmer ließen sich
selbstsicher von ihrer Ansicht leiten, dass ihre Pläne voller wirtschaftlicher
Vorteile selbstverständlich einen warmen Empfang verdienten.
Der massive Widerstand in Coevorden und an der anderen Seite der Grenze,
bis nach Overijssel, deutet an, dass z.Zt. keine gesellschaftliche Tragfähigkeit
für den Bau einer MVA besteht. Und das ist ein beinahe nicht zu negierendes
Signal für die Politik in Emlichheim, aber auch für die in Coevorden.
04.02.2004
"Nicht Verräter der Samtgemeinde"
von manfred münchow
Müllverbrennung Gutachter
und Samtgemeinde wollen mit Betreiber über bessere Werte verhandeln
Die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark
entsprechen in der beantragten Form nicht dem Stand der Technik.
Das ist die einhellige Meinung der Gutachter, die die Samtgemeinde eingeschaltet
hat.
Am Montag haben alle Beteiligten angekündigt, dass es zu Nachbesserungen
kommen wird. Das Ergebnis soll bei einer weiteren Bürgerversammlung im
März vorgestellt werden. "Denn wir sind nicht die Verräter unserer
Samtgemeinde", ruft Bürgermeister Hildebrand Stegemann vor über 1500
Interessierten.
Emlichheim
– Der Beifall zu den Reden macht es deutlich messbar. Der weitaus größte
Teil der über 1500 Interessierten, die an diesem Montag die Vechtetalhalle
in Emlichheim füllen, ist gegenwärtig gegen den Bau der drei geplanten
Müllverbrennungsanlagen.
Der Wunsch von Samtgemeindebürgermeister Hildebrand
Stegemann nach einer sachlichen anstatt einer polemischen Diskussion fällt
dennoch auf fruchtbaren Boden.
Geert Latz, Geschäftsführer der Grafschafter
Wirtschaftsvereinigung, kann seine Rolle als Moderator in Ruhe ausfüllen
und muss nur ganz kleine Wogen glätten.
Für einen Eklat und damit für ein gellendes Pfeifkonzert,
lautstarke Buhrufe und rhythmisches Stampfen auf dem Hallenboden sorgt
der niederländische Unternehmer Henk Jacobs, der die Müllverbrennungsanlage
mit Partnern bauen und betreiben will. Noch vor der Halbzeit der Bürgerversammlung
kündigt er an, dass er noch einen weiteren Termin in Coevorden hat und
gehen muss. Die lautstarken Proteste veranlassen ihn, eine weitere Stunde
zu bleiben, bevor er aus der Turnhalle eilt.
"Überraschend konstruktiv" hat sich
Heiko Doedens mit den Antragstellern unterhalten. Der Wissenschaftler
vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität
Hannover gehört zu den Beratern der Samtgemeinde. Er möchte erreichen,
dass die drei Müllöfen nicht jeweils 240000 Tonnen Abfall im Jahr verbrennen,
sondern nur jeweils 182000 Tonnen. Dadurch sollen die Transporte verringert
werden. Zudem soll über die 107 verschiedenen Abfallarten verhandelt werden,
die im Europark verbrannt werden sollen. Sechs davon haben einen erhöhten
Schadstoffbedarf. "Es ist unser Ziel fünf von den sechs Stoffen zu
streichen", kündigt Doedens an.
Auch in der Rauchgasreinigung sollen deutliche
Verbesserungen gegenüber der beantragten Technik durchgesetzt werden.
"Die Antragsunterlagen
müssen nachgebessert werden", sagt auch Günter Dehoust vom Ökoinstitut
Darmstadt, bei dem die Samtgemeinde ebenfalls um Rat angefragt hat.
Nach Überzeugung von Dehoust sind bei der Rauchgasreinigung mit neuester
Technik deutlich bessere Werte zu erreichen. "Ziel muss es sein,
das technisch machbare durchzusetzen", gibt er die Zielmarke vor.
Für den Fall, dass einmal die Filtertechnik ausfällt, sollte nach Meinung
Dehoust’s ein "Polizeifilter" nachgeschaltet werden.
"Erheblich nachgebessert werden" muss
nach Meinung es Wissenschaftlers vom Ökoinstitut auch bei der Umweltverträglichkeitsprüfung.
Hier seien wesentliche Aspekte – wie etwa der Vogelschutz – zuwenig beachtet
worden.
"Ich habe nicht
zu entscheiden über die Notwendigkeit und die Größe der Anlage",
erklärt der Toxikologe Hermann Kruse und fügt hinzu: "Gott sei Dank".
Das beschert ihm gleich zu Beginn seiner
Ausführungen einen deutlichen Applaus aus dem Kreis der über 1500 Zuhörer.
Der Wissenschaftler will in den nächsten Wochen die vorhandene Schadstoffbelastung
in der Region und die durch die Müllverbrennungsanlage hinzukommende Belastung
mit Schadstoffen untersuchen. Dabei werden auch die Belastungen berücksichtigt,
die der zusätzliche Lastwagenverkehr mit sich bringt. Alles zusammen soll
auch in seiner Kombinationswirkung untersucht werden. Dabei
legt der Wissenschaftler vom Institut für experimentelle Toxikologie am
Universitätsklinikum Kiel eine deutlich schärfere Messlatte an, als die
Behörden. Halten die Behörden beim krebserregenden Cadmium 20 Nanogramm
pro Kubikmeter für zulässig, setzt Kruse seinen eigenen Wert bei 0,4 Nanogramm
an. Auch der Toxikologe rät zu "erheblichen Verbesserungen"
bei den beantragten Müllverbrennungsanlagen.
Von einem so genannten Bio-Monitoring bei der
Müllverbrennungsanlage im niederländischen Alkmaar berichtet Chris van
Dijk. Hier wird die Schadstoffbelastung der Umwelt regelmäßig gemessen.
Nach Angaben von Chris van Dijk hat die Müllverbrennungsanlage in Alkmaar
"keinen Einfluss auf die Qualität von Kulturpflanzen und Kuhmilch".
Als in der Diskussion herauskommt, das der Anlagenbetreiber das Projekt
finanziert gibt es schallendes Gelächter in der vollbesetzten Turnhalle.
"Die Gutachter liegen
voll in der Linie der Bürgerinitiative", ruft Hermann Borghorst nach
den Beiträgen der Wissenschaftler. Und Bürgermeister Hildebrand
Stegemann bekräftigt noch einmal seine Ankündigung, wenn Gesundheitsrisiken
zu befürchten seine, komme es zu Nachbesserungen: "Das ist nicht
nur Good Will, das ist eine Vereinbarung".
In der Diskussion spricht Henk Jacobs von 100
direkt zu schaffenden Arbeitsplätzen, weitere 100 sollen indirekt dazu
kommen. Karl Kautz, der Jacobs berät, kündigt an, dass modernste und umweltsicherste
Technologie eingesetzt werden soll: "Die Werte werden in dem Bereich
liegen, den Hermann Kruse gefordert hat."
Auf Vorschlag von Heiko Doedens macht Stegemann
der Bürgerinitiative das Angebot, an den Verhandlungen mit dem Betreiber
teilzunehmen.
03.02.2004
Reizthema lockt 1500 Interessierte in Sporthalle
MÜLLVERBRENNUNG Experten
stellten im Europark geplante Anlagen vor und erläuterten mögliche Risiken
emlichheim/DA – Die Samtgemeinde Emlichheim hat
gestern Abend erstmals öffentlich über die im Europark geplanten Müllver-brennungsanlagen
informiert.
Mehr als 1500 Interessierte sowie ein Fernsehteam
des NDR waren in die Vechtetalhalle nach Emlichheim gekommen, um zunächst
von den Ingenieuren Andries A. Adema und Henk Jacobs zu hören, was genau
die beiden Antragsteller im Europark planen. Adema stellte das Projekt
vor und erläuterte die Auswirkungen der Müllverbrennungsanlagen auf die
Umwelt aus der Sicht der Bewehrungs- und Betoncenter Europark aus Laar
sowie der Firma Infracom GmbH aus Itterbeck.
Danach kamen eine Reihe von Experten zu Wort.
Für das Öko-Institut Darmstadt, von dem sich
die Samtgemeinde Emlichheim beraten lässt, berichtete Günter Dehoust zunächst
allgemein über das Thema Müllverbrennung. Dann ging er wie Professor Heiko
Doedens vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der
Universität Hannover auf die Besonderheiten der im Europark geplanten
Anlagen ein. Vom Institut für experimentelle Toxikologie am Universitätsklinikum
Kiel referierte Hermann Kruse über mögliche Auswirkungen der Müllverbrennung
auf Menschen und Umwelt.
Neben Doedens, Dehoust und Kruse kam Chris van
Dijk von der Universität Wageningen aus den Niederlanden zu Wort. Die
Universität Wageningen führt im Bereich der Abfallverwertungsanlagen in
Alkmaar und Wijster (beide in den Niederlanden) Untersuchungen im Rahmen
eines so genannten Biomonitoringkonzepts durch. Die Moderation der Informationsveranstaltung
hatte der Geschäftsführer der Grafschafter Wirtschaftsvereinigung, Geert
Latz, übernommen.
Vertreter der Bürgerinitiative saßen nicht auf
dem Podium.
Mitglieder der Bürgerinitiative sammelten vor
der Sporthalle Unterschriften für das Bürgerbegehren gegen die Müllverbrennungsanlagen.
Während der Veranstaltung übergaben sie ein Protestschreiben,
das rund 4600 Menschen unterschrieben hatten, an Samtgemeindebürgermeister
Hildebrand Stegemann.
Die Initiative plant
für Mittwoch, 11. Februar, eine eigene Infoveranstaltung im reformierten
Gemeindehaus in Emlichheim.
02.02.2004
Bürgerbegehren gegen Müllverbrennung
von manfred Münchow
Initiative Heute morgen
Anzeige bei Samtgemeinde und heute abend Start der Unterschriftensammlung
Der
Widerstand gegen die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark geht
in die nächste Runde: Die Bürgerinitiative, die sich gegen das Projekt
ausspricht, startet heute mit einem Bürgerbegehren. Die Samtgemeinde,
die unter bestimmten Voraussetzungen für den Bau der Anlagen votiert,
lädt heute um 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die Vechtetalhalle
ein.
Emlichheim
– Wenn Emlichheims Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann heute
vormittag in seine Post schaut, wird auch die Anzeige eines Bürgerbegehrens
gegen die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark dabei sein. Ein
Bote der Bürgerinitiative wird die Anzeige im Rathaus abgeben und sich
den Empfang bestätigen lassen.
Ziel des Bürgerbegehrens ist es, den Bau der
Müllverbrennungsanlagen zu verhindern. Dafür müssen zunächst einmal zehn
Prozent aller wahlberechtigten Einwohner der Samtgemeinde Emlichheim sich
in entsprechende Unterschriftenlisten eintragen. Die Bürgerinitiative
hat sich daher 1100 Unterschriften als Zielmarke gesetzt. Wenn das erreicht
ist, wird das Bürgerbegehren bei der Samtgemeinde eingereicht, die unverzüglich
darüber zu entscheiden hat, ob das Bürgerbegehren zulässig ist oder nicht.
Ist es zulässig, muss innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid organisiert
werden. Das läuft wie eine Wahl ab, bei der alle wahlberechtigten Einwohner
der Samtgemeinde ihre Meinung zum Ausdruck bringen können. Das Votum der
Bürger ist für den Samtgemeinderat bindend.
Mit ihren Unterschriften wollen die Gegner der
Müllverbrennungsanlagen erreichen, dass die Emlichheimer Aufsichtsratsmitglieder
in der Europark GmbH folgenden Antrag stellen: "Bei jeder Grundstücksübertragung
durch die Europark Coevorden/Emlichheim Entwicklungsgesellschaft mbH auf
einen Dritten ist dieser vertraglich zu verpflichten, auf dem betreffenden
Grundstück die Errichtung oder das Betreiben einer Müllverbrennungsanlage
zu unterlassen". Es soll zudem vertraglich abgesichert werden, dass
die Grundstückskäufer sich verpflichten, nicht anderen zu ermöglichen,
im Europark eine Müllverbrennungsanlage zu errichten oder zu betreiben.
Damit soll der Grundstücksankauf durch so genannte Strohmänner verhindert
werden. Auch für die Samtgemeinde soll diese Regelung bei dem Verkauf
eigener Grundstücke bindend sein.
Da die Samtgemeinde Emlichheim mit der Gemeinde
Coevorden einen Stimmbindungsvertrag abgeschlossen hat, so das Kalkül
der Bürgerinitiative, könnte eine Situation entstehen, dass in der Europark
GmbH eine Mehrheit für den Antrag der Samtgemeinde gegeben ist. Emlichheim
und Coevorden haben in dem elfköpfigen Gremium jeweils drei Stimmen.
In einer Mitteilung der Bürgerinitiative heißt
es: "Der Samtgemeinderat kann das Bürgerbegehren jederzeit dadurch
abwenden, dass er selbst zuvor im Sinne des Bürgerbegehrens entscheidet".
Dieses wäre "äußerst begrüßenswert" und würde den Bürgern der
Samtgemeinde zeigen, dass sie von ihren gewählten Vertretern "endlich
ernst genommen werden".
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